26 April 2016 - 07:33
IS bekennt sich zu Mordanschlag

Religiöse Extremisten haben einen Anschlag auf einen Professor in Bangladesch verübt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Mord. Der Akademiker soll angeblich zum Atheismus aufgerufen haben.

Extremisten haben im Nordwesten von Bangladesch einen Universitätsprofessor erstochen. Der Anschlag auf den 58-jährigen Rezaul Karim Siddique ereignete sich im Distrikt Rajshahi, wie Sushanta Chandra Roy von der örtlichen Polizei mitteilte.


Die Terrormiliz " Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu der Tat. Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaaq berichtete, IS-Kämpfer hätten den Mann erstochen, weil dieser zum Atheismus aufgerufen habe.
Die Polizei hatte bereits militante Islamisten hinter dem Anschlag vermutet, da er Ähnlichkeit mit früheren Angriffen auf weltliche Blogger und Verleger in dem Land aufweist.


Die Bevölkerung im offiziell säkularen Bangladesch ist mehrheitlich muslimisch. Mutmaßliche Islamisten hatten in den vergangenen Jahren mehrere säkulare Blogger und Aktivisten getötet. Erst Anfang April wurde ein Student, der sich gegen islamischen Fundamentalismus eingesetzt hatte, durch Machetenhiebe und einen Schuss getötet. Die Polizei machte eine Islamistengruppe dafür verantwortlich.


Wie bei den Bloggermorden von 2014 und 2015 griffen die Täter auch im aktuellen Mordfall ihr Opfer von hinten an und stachen mit scharfen Waffen auf dessen Nacken ein. Dies berichtete der Polizeichef von Rajshahi, Mohammad Shamsuddin. Demnach hätten Anwohner zwei Jugendliche am Tatort gesehen, die auf einem Motorrad davongefahren seien.


Hunderte Angehörige der Universität von Rajshahi blockierten nach dem Mord mehrere Stunden lang eine Zufahrtsstraße zur Hauptstadt Dhaka und forderten die Regierung auf, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.


Nach Angaben von Siddiques Kollegen soll der Englischprofessor nicht parteipolitisch engagiert gewesen sein. Er habe sich auch nie öffentlich kritisch über den Islam geäußert. Er habe aber an kulturellen Aktivitäten teilgenommen.
Ein Soziologe der Universität war im November 2014 bei einem ähnlichen Angriff getötet worden.